Portraits
Das Porträt bildet ein stetes und wiederkehrendes Motiv im Werk von Franz Krautgasser. Unabhängig vom jeweiligen Medium bleibt es der Ort, an dem sich seine künstlerische Haltung am deutlichsten verdichtet: als konzentrierte Auseinandersetzung mit dem Gegenüber, als Versuch, Präsenz sichtbar zu machen.[WV-Nr. 2197]
Id:2197
Id:2197
Titel
Gattin
Entstehungsjahr
1955
Material / Technik
Öl auf Karton
Maße
72x51 cm
Signatur
keine Signatur
Liste der sids:
Ausgehend von seiner akademischen Ausbildung in München entwickelt Krautgasser eine Bildauffassung, die sich zwar aus der Tradition der Porträtmalerei speist, diese jedoch zunehmend löst. Es geht ihm weniger um physiognomische Genauigkeit als um ein Erfassen innerer Zustände. Die Dargestellten erscheinen ruhig gestellt, oft frontal oder leicht verschoben, eingebunden in eine dichte, spannungsvolle Farbigkeit oder – in den grafischen Arbeiten – in eine reduzierte, prägnante Linie.
Auffallend ist dabei die mediale Durchlässigkeit: Krautgasser arbeitet das Porträt nicht nur in Öl aus, sondern ebenso in Pastell, Tusche, Kohle oder Bleistift. Die Zeichnungen fungieren dabei nicht lediglich als vorbereitende Studien, sondern als eigenständige Formen der Annäherung. Während die Malerei über Farbe und Schichtung operiert, verdichten die grafischen Blätter den Blick auf Linie, Rhythmus und Geste.
Diese kontinuierliche Hinwendung zum Porträt reicht von frühen Arbeiten bis in die späten Jahre nach seiner Erkrankung um 1960. Gerade in dieser Zeit gewinnt das Motiv nochmals an Intensität. Das Porträt wird zum beständigen Gegenüber – nicht als Repräsentation, sondern als leise, beharrliche Form der Begegnung.
Auffallend ist dabei die mediale Durchlässigkeit: Krautgasser arbeitet das Porträt nicht nur in Öl aus, sondern ebenso in Pastell, Tusche, Kohle oder Bleistift. Die Zeichnungen fungieren dabei nicht lediglich als vorbereitende Studien, sondern als eigenständige Formen der Annäherung. Während die Malerei über Farbe und Schichtung operiert, verdichten die grafischen Blätter den Blick auf Linie, Rhythmus und Geste.
Diese kontinuierliche Hinwendung zum Porträt reicht von frühen Arbeiten bis in die späten Jahre nach seiner Erkrankung um 1960. Gerade in dieser Zeit gewinnt das Motiv nochmals an Intensität. Das Porträt wird zum beständigen Gegenüber – nicht als Repräsentation, sondern als leise, beharrliche Form der Begegnung.



