Lack in Farbe

Die Lackarbeiten von Franz Krautgasser entstehen in den späten 1950er und frühen 1960er Jahren und bilden einen zentralen Schwerpunkt seines Œuvres. In ihnen verdichtet sich sein künstlerischer Ansatz zu einer eigenständigen Bildsprache, die zwischen Figuration und Abstraktion, zwischen Beobachtung und innerer Bildfindung vermittelt.
Charakteristisch ist der Umgang mit dem Material selbst: Die Verwendung von Lackfarbe ermöglicht eine intensive, oft leuchtende Farbigkeit und zugleich eine Verdichtung der Oberfläche. Farbe erscheint nicht als bloßes Mittel der Darstellung, sondern als eigenständiger Bildträger. Schichtungen, Überlagerungen und gestische Eingriffe strukturieren die Kompositionen und verleihen ihnen eine prozesshafte Offenheit.
 

Kaktus, 1959
Lack auf Papier


Ohne Titel, um 1957
Lack


Ohne Titel
Lack


Ohne Titel, um 1956/58
Lack


Ohne Titel, 1956/58
Lack


Ohne Titel, um 1956
Lack


Ohne Titel, um 1956/59
Lack


Fluß der Zeit, um 1956
Lack


Ohne Titel, um 1956/59
Lack


Ohne Titel, um 1956/59
Lack


Ohne Titel, um 1958/59
Lack


Augen, 1959
Lack


Metamorphose, um 1959
Lack


Fluß der Zeit III, 1960
Lack auf Papier


Ohne Titel, um 1958/59
Lack


Ohne Titel, um 1957
Lack


Ohne Titel
Lack


Ohne Titel
Lack


Ohne Titel, um 1957
Lack


Fluß der Zeit, um1956
Lack


Ohne Titel
Lack


Ohne Titel
Lack


Ohne Titel
Lack


Ohne Titel
Lack


Ohne Titel
Lack


Fluß der Zeit, 1956
Lack


Ohne Titel, 1954
Lack Kratzung


Gesicht
Lack auf Papier


Fluß der Zeit
Lack


Fluß der Zeit
Lack


Ohne Titel
Lack


Ohne Titel
Lack


Die Braut Christi, 1960
Lack auf Karton


Kristalle, 1958
Lack


Fluß der Zeit
Lack


Ohne Titel
Lack


Die Verführung, ca. 1959
Lackfarbe/Karton


Ohne Titel
Lack auf Karton


Die Krippe, 1959/60
Lack auf Karton


Der Schmerzensmann, 1959/60
Lack


Die Bergpredigt , um 1956/57
Lackfarbe/Karton


Der rote Punkt schwebt, 1960
Lackfarbe/Papier/Karton


Die Dinge schweben, um 1958
Lackfarbe/Karton


Dualität I, um 1955/56
Lackfarbe/Karton


Dualität II, um 1955/56
Lackfarbe/Karton


Amorphe Struktur, um 1956
Lackfarbe/Karton


Ohne Titel, um 1956
Lackfarbe/Karton


Kosmische Kraft, um 1958
Lackfarbe/Platte


Herz, um 1960
Lackfarbe/Platte


Die Verleugnung des Petrus, 1960
Lackfarbe/Platte


Aus der Akopalypse, um 1959
Lackfarbe/Karton


Rückseite
Lackfarbe


Fluß der Zeit
Lack auf Papier


Komposition
Lack auf Holz


Gericht
Lack auf Karton


Stadtlandschaft
Lack


Akt vor Bäumen, 1955 um
Mischtechnik (Lack Kreide)


Fluß der Zeit I, 1964
Lack auf Karton


Salome, 1957
Mischtechnik (Lack Öl Gips) auf Spanplatte


Faktor "Gelb" II, 1959
Lack auf Karton


Begegnung II, 1957
Lack auf Karton


Urbane Architektur, 1958
Lack auf Karton


Vase mt Blumen, 1956
Mischtechnik Tempera Lack auf Karton


Die Dinge schweben, 1960
Lack auf Karton


Struktur überlagert, ca. 1956
Lack auf Papier


Wolke, 1960
Lack auf Platte


Ohne Titel, 1958
Lack auf Karton


Durchdringen und Überlagern, 1960
Lack auf Karton


Rot domi., 1957
Lack auf Karton


Kobolde in Blau, 1960
Lack auf Karton


Von innen nach außen, 1957-58
Lack auf Karton


Apokalypse: Die Anbetung des Lammes, 1956
Lack auf Karton


Knieender Akt III, 1958
Lack auf Papier


Knieender Akt I, 1958
Lack auf Papier


Knieender Akt II, 1958
Lack auf Papier


Komposition II, 1963
Lack auf Spanplatte


Tal nach Aussen, 1958
Lack auf Karton


Komposition I, 1964
Lack auf Holzplatte


Komposition, 1964
Lack auf Spanplatte


Fluß der Zeit, Rotes Fenster, 1964
Lack auf Papier


Föhnstimmung, 1957-58
Lack auf Karton


Komposition in Lila, 1970
Lack auf Papier


Abstraktion, 1959
Lack auf Karton


Die Dame, 1964
Lack auf Spanplatte


Tanzende Kobolde I, 1959
Mischtechnik Öl und Lack auf Karton


Baumrinde, 1964
Lack auf Spanplatte


Zwillinge, 1958
Lack auf Papier


Brennender Dornenbusch, 1958
Lack auf Papier


Kölner Dom, 1957
Lack auf Karton


Am See, 1959
Lack auf Papier


Walze, 1960
Lack auf Karton


Urban, 1960
Lack auf Papier


Schwebende, 1960
Lack auf Papier


Französische Kathedrale in Rot, 1957
Lack auf Papier


Erzengel, 1956
Lack auf Karton


Komposition, 1960
Lack auf Papier


Komposition in Grün, 1958
Lack auf Karton


Bergkette, 1958
Lack auf Papier


Eisblume, 1958
Lack auf Papier


Apokalypse: Das 2. Siegel, 1960
Lack auf Karton


Roter Bücherblock, 1964
Lack auf Papier


Föhn überm Inntal, 1964
Lack auf Karton


Landschaft, Boscheben, 1956
Öl auf


Ohne Titel
Lack


Ohne Titel, um 1958
Lack


Ohne Titel
Lack


Überlagerung, ca. 1958
Lackfarbe/Papier


Fluß der Zeit I, um 1956
Lackfarbe/Papier


Weiblicher Akt, 1959
Lack auf Papier


Überlagerungen, 1959
Lack auf Papier


Die Kathedrale
Lack


Paradiesvogel, 1957
Lack


Sonnenaufgang im Tal
Lack

Liste der sids:
Innerhalb der Arbeiten lassen sich wiederkehrende Motivfelder erkennen, die jedoch nie eindeutig festgelegt sind. Landschaften, architektonische Fragmente oder figurative Anklänge – etwa in Aktdarstellungen oder angedeuteten Körperformen – treten auf und lösen sich zugleich wieder in der malerischen Bewegung auf. Werke wie die knienden Akte, die „Kobolde“ oder sakrale Kompositionen zeigen, wie stark Krautgasser mit Übergängen arbeitet: Das Gegenständliche bleibt präsent, wird jedoch nicht ausgeführt, sondern in eine reduzierte, oft fragmentarische Form überführt.
Auffällig ist dabei die Spannung zwischen kontrollierter Komposition und spontaner Geste. Linien werden gesetzt, übermalt, verworfen; Flächen verdichtet oder aufgerissen. In vielen Arbeiten entsteht so der Eindruck eines Bildes im Werden – eines Zustands zwischen Aufbau und Auflösung. Diese Offenheit verbindet sich mit einer klaren formalen Struktur, die den Arbeiten trotz aller Dynamik eine innere Geschlossenheit verleiht.
Neben diesen stärker abstrahierten Arbeiten finden sich auch Blätter, in denen Krautgassers Blick auf konkrete Situationen erhalten bleibt. Gerade in den Übergängen zwischen Figuration und Abstraktion zeigt sich seine besondere Qualität: Er ist weniger daran interessiert, Motive festzuhalten, als vielmehr daran, Wahrnehmung in eine bildnerische Form zu überführen.
Die Lackbilder können so als ein Versuch gelesen werden, Malerei aus der reinen Abbildfunktion zu lösen und zugleich an Erfahrung zu binden – an Landschaft, Körper, religiöse Bildwelten oder alltägliche Beobachtungen. In dieser Verbindung liegt ihre Eigenständigkeit innerhalb der Tiroler Nachkriegskunst.

 

top
anmelden