Öl
Die über Jahrzehnte hinweg entstandenen Porträts bilden innerhalb des Œuvres ein eigenständiges Kontinuum. Sie sind weniger als abgeschlossene Werkgruppe zu verstehen denn als fortlaufende Praxis – als wiederkehrende, beinahe alltägliche Auseinandersetzung mit dem Gegenüber.Auffällig ist zunächst die Konstanz des Motivs bei gleichzeitiger Offenheit der Ausführung. Während Format, Material und Malgrund variieren – von Leinwand über Karton bis zu Papier –, bleibt die Grundsituation stabil: eine frontal oder leicht gedrehte Büste, meist vor farbig gesetztem, oft flächig behandelten Hintergrund. Diese Reduktion schafft einen konzentrierten Bildraum, in dem sich die Aufmerksamkeit vollständig auf das Gesicht richtet.
[WV-Nr. 2185]
Id:2185
Id:2185
Titel
HL. 3 Könige
Entstehungsjahr
1950 14.1.
Material / Technik
Öl auf Leinwand
Maße
42x33 cm
Signatur
Datum rechts unten un hinten
Liste der sids:
Im Unterschied zu den frühen akademischen Arbeiten löst sich die Malweise hier zunehmend von glatter Modellierung. Der Pinselstrich bleibt sichtbar, teilweise skizzenhaft, die Farbigkeit gewinnt an Eigenständigkeit. Gesichter sind nicht mehr nur aufgebaut, sondern entstehen im Malprozess selbst – als Überlagerung von Farbfeldern, Korrekturen und Verdichtungen. Dadurch verschiebt sich der Fokus: weg von der reinen physiognomischen Erfassung hin zu einer malerischen Annäherung an Präsenz.
Gerade in der Vielzahl der Porträts wird deutlich, dass es nicht um das einzelne Bild als repräsentatives Endprodukt geht, sondern um Wiederholung und Variation. Die Serienhaftigkeit – etwa in den zahlreichen Köpfen der 1970er Jahre – lässt die Porträtmalerei zu einer Form des Sehens werden, die sich im Tun schärft. Jede Arbeit reagiert auf die vorhergehende, ohne sie zu wiederholen.
Vor diesem Hintergrund gewinnt auch die Lehrtätigkeit an der Volkshochschule an Bedeutung. Das Porträt erscheint hier nicht nur als künstlerisches, sondern auch als pädagogisches Feld: als Übung, als Vermittlung von Blick und Technik, als gemeinsamer Prozess. Die Nähe zu Gerda Matejka-Felden und ihrem Engagement im Aufbau der Wiener Volkshochschulkurse legt nahe, dass sich in dieser Praxis eine bestimmte Haltung fortsetzt – eine Auffassung von Malerei, die weniger auf stilistische Innovation als auf kontinuierliche Arbeit am Sehen und Darstellen zielt.
So lassen sich die Porträts als langfristige Versuchsanordnung lesen: als Raum, in dem sich Erfahrung, Routine und Experiment überlagern. Sie bilden kein geschlossenes Kapitel, sondern durchziehen das gesamte Werk – als leise, aber beharrliche Linie.
Gerade in der Vielzahl der Porträts wird deutlich, dass es nicht um das einzelne Bild als repräsentatives Endprodukt geht, sondern um Wiederholung und Variation. Die Serienhaftigkeit – etwa in den zahlreichen Köpfen der 1970er Jahre – lässt die Porträtmalerei zu einer Form des Sehens werden, die sich im Tun schärft. Jede Arbeit reagiert auf die vorhergehende, ohne sie zu wiederholen.
Vor diesem Hintergrund gewinnt auch die Lehrtätigkeit an der Volkshochschule an Bedeutung. Das Porträt erscheint hier nicht nur als künstlerisches, sondern auch als pädagogisches Feld: als Übung, als Vermittlung von Blick und Technik, als gemeinsamer Prozess. Die Nähe zu Gerda Matejka-Felden und ihrem Engagement im Aufbau der Wiener Volkshochschulkurse legt nahe, dass sich in dieser Praxis eine bestimmte Haltung fortsetzt – eine Auffassung von Malerei, die weniger auf stilistische Innovation als auf kontinuierliche Arbeit am Sehen und Darstellen zielt.
So lassen sich die Porträts als langfristige Versuchsanordnung lesen: als Raum, in dem sich Erfahrung, Routine und Experiment überlagern. Sie bilden kein geschlossenes Kapitel, sondern durchziehen das gesamte Werk – als leise, aber beharrliche Linie.



