Mischtechnik
In den Mischtechniken der späten 1950er Jahre verschiebt sich Krautgassers Interesse erneut – diesmal vom Bild als Spur hin zum Bild als materieller Verdichtung. Durch die Einbeziehung von Gips, Sand und pastosen Bindemitteln entsteht eine reliefhafte Oberfläche, die die Grenze zwischen Malerei und plastischem Objekt zunehmend auflöst.[WV-Nr. 406]
Id:406
Id:406
Titel
Das Bildnis
Entstehungsjahr
1957
Material / Technik
Mischtechnik Tuschpinsel und Kreide
Maße
ca. 62x41 cm
Signatur
F. Krautgasser 1957
Liste der sids:
Die Bildfläche wird nicht mehr als neutraler Träger verstanden, sondern als Widerstand. Material wird aufgetragen, geschichtet, gebrochen und teilweise wieder freigelegt. Diese Prozesse hinterlassen eine körperhafte Topografie: Verdickungen, Risse, Einschlüsse und raue Zonen strukturieren das Bild und machen seine Herstellung sichtbar.
Motivisch bewegt sich Krautgasser weiterhin zwischen Figuration und Abstraktion – Akte, Figuren und landschaftliche Andeutungen tauchen auf, werden jedoch vom Material überformt oder fragmentiert. Die Figur erscheint nicht mehr als Linie oder Abdruck, sondern als eingebettete Form, die aus der Materialschicht hervorzutreten scheint oder in ihr versinkt.
Diese Arbeiten stehen in einem erweiterten Kontext informeller und materialorientierter Malerei der Nachkriegszeit, entwickeln jedoch eine eigene Position durch die Verbindung von körperlicher Materialität und figurativem Rest. Das Bild wird hier zu einem Ort der Verdichtung, in dem sich Geste, Stofflichkeit und Motiv untrennbar verschränken.
Motivisch bewegt sich Krautgasser weiterhin zwischen Figuration und Abstraktion – Akte, Figuren und landschaftliche Andeutungen tauchen auf, werden jedoch vom Material überformt oder fragmentiert. Die Figur erscheint nicht mehr als Linie oder Abdruck, sondern als eingebettete Form, die aus der Materialschicht hervorzutreten scheint oder in ihr versinkt.
Diese Arbeiten stehen in einem erweiterten Kontext informeller und materialorientierter Malerei der Nachkriegszeit, entwickeln jedoch eine eigene Position durch die Verbindung von körperlicher Materialität und figurativem Rest. Das Bild wird hier zu einem Ort der Verdichtung, in dem sich Geste, Stofflichkeit und Motiv untrennbar verschränken.



