Graphit | Kohle
Die grafischen Arbeiten von Franz Krautgasser sind eng mit dem Begriff der Studie verbunden – jedoch nicht im Sinne eines bloßen Vorstadiums, sondern als bewusst gewählte Form der künstlerischen Annäherung. In Bleistift, Kohle und Tusche entstehen Arbeiten, die auf Beobachtung beruhen und zugleich eine klare Entscheidung im Umgang mit Form, Linie und Ausschnitt erkennen lassen. Die Studie wird hier zu einem eigenen Arbeitsfeld: konzentriert, geplant und in sich geschlossen.[WV-Nr. 574]
Id:574
Id:574
Titel
Brandjochspitze
Entstehungsjahr
um 1955
Material / Technik
Stift schwarz
Maße
ca. 29x42 cm
Signatur
Stempel
Liste der sids:
Im Unterschied zur Malerei verlangt das Zeichnen eine andere Form der Aufmerksamkeit. Es gibt kein Überarbeiten im selben Maße, keine schichtweise Entwicklung über Farbe. Jeder Strich bleibt sichtbar, jede Linie trägt Gewicht. Daraus ergibt sich eine besondere Präzision im Sehen und ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen Wahrnehmung und Ausführung. Krautgassers Zeichnungen reagieren genau auf diese Bedingungen: sie sind zurückgenommen, aber bestimmt, offen, ohne beiläufig zu wirken.
Das Spektrum reicht von Porträtskizzen über Aktstudien bis hin zu Landschaften und Alltagsszenen. Gerade in den Studien wird deutlich, wie sehr es ihm um das Erfassen von Haltung und Präsenz geht. Die Figuren erscheinen oft nur angedeutet, die Komposition bleibt reduziert, doch der Blick ist klar geführt. In vielen Blättern zeigt sich ein tastender Zugang, der nicht auf Vollständigkeit abzielt, sondern auf ein Erfassen im Moment des Sehens.
Diese Arbeiten begleiten das gesamte Œuvre und stehen in einem engen Verhältnis zur Malerei, ohne sich ihr unterzuordnen. Vielmehr eröffnen sie einen anderen Zugang: unmittelbarer, konzentrierter, stärker an der Wahrnehmung orientiert. Die Studie wird so zu einer eigenständigen Form des Denkens im Bild – als kontinuierliche Praxis des Sehens, Prüfens und Festhaltens.
Das Spektrum reicht von Porträtskizzen über Aktstudien bis hin zu Landschaften und Alltagsszenen. Gerade in den Studien wird deutlich, wie sehr es ihm um das Erfassen von Haltung und Präsenz geht. Die Figuren erscheinen oft nur angedeutet, die Komposition bleibt reduziert, doch der Blick ist klar geführt. In vielen Blättern zeigt sich ein tastender Zugang, der nicht auf Vollständigkeit abzielt, sondern auf ein Erfassen im Moment des Sehens.
Diese Arbeiten begleiten das gesamte Œuvre und stehen in einem engen Verhältnis zur Malerei, ohne sich ihr unterzuordnen. Vielmehr eröffnen sie einen anderen Zugang: unmittelbarer, konzentrierter, stärker an der Wahrnehmung orientiert. Die Studie wird so zu einer eigenständigen Form des Denkens im Bild – als kontinuierliche Praxis des Sehens, Prüfens und Festhaltens.



