Geometrische Abstraktion

Die geometrischen Abstraktionen bilden einen zentralen Strang im Werk und durchziehen unterschiedliche Techniken – von Tempera über Aquarell bis hin zu Mischformen mit Tusche, Kreide oder Lack. Unabhängig vom Material bleibt die formale Haltung konstant: Linie, Fläche und Struktur treten an die Stelle des Motivs.
 
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[WV-Nr. 723]
Id:723
Titel
Ohne Titel
Entstehungsjahr
um 1957
Material / Technik
Mischtechnik Tuschpinsel und Kreide
Maße
ca. 62x42 cm
Signatur
Stempel
 
 
Liste der sids:
Die Bildräume sind konstruiert, oft spannungsvoll ausgerichtet entlang diagonaler Achsen und überlagerter Formsysteme. Schwarze, teils vehement gesetzte Linien durchziehen die Kompositionen, rahmen Farbflächen oder setzen ihnen Widerstand entgegen. Farbe fungiert dabei weniger als Ausdruck von Atmosphäre denn als ordnendes Element – sie gliedert, akzentuiert und verschiebt Gewichtungen innerhalb der Fläche.
In vielen Arbeiten entsteht eine dichte Überlagerung von Ebenen, die an architektonische Strukturen oder technische Zeichnungen erinnert. Gleichzeitig bleibt die Handschrift sichtbar: Linien sind nicht rein konstruktiv, sondern tragen eine gestische Qualität, die das Strenge der Geometrie unterläuft.
So bewegen sich die Arbeiten in einem Spannungsfeld zwischen Ordnung und Auflösung, Konstruktion und Impuls. Die geometrische Abstraktion erscheint hier nicht als reines System, sondern als offener Prozess – als Versuch, Bildraum immer wieder neu zu organisieren und zugleich in Bewegung zu halten.
 

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