Figurative Abstraktion

Die acht großformatigen Temperaarbeiten bilden einen in sich geschlossenen Werkkomplex, der sich durch eine bemerkenswerte formale und inhaltliche Kohärenz auszeichnet. In dichter Abfolge entfaltet sich eine Bildserie, die weniger auf Einzelmotive zielt als auf eine übergreifende Reflexion gesellschaftlicher Zustände.
 
close button Pfeil zurückPfeil vor
 
 
[WV-Nr. 2284]
Id:2284
Titel
Salome
Entstehungsjahr
1955
Material / Technik
Tempera auf Karton
Maße
104x73 cm
Literatur
Wettbewerbsarbeit zum Förderungspreis 55.
Serie
Serie-T
 
 
Liste der sids:
Charakteristisch ist die Reduktion der Figuren auf klare, teils kantige Formen, die durch kräftige Konturen gefasst werden. Die Körper erscheinen weniger als individuelle Porträts denn als Träger von Haltungen, Rollen und Zuständen. Ihre Gesten wirken verdichtet, bisweilen überzeichnet, und verleihen den Szenen eine latente Spannung zwischen Darstellung und Kommentar.
Die Farbigkeit ist entschieden und kontrastreich eingesetzt. Leuchtende, oft ungebrochene Töne strukturieren die Bildflächen und erzeugen eine visuelle Direktheit, die den inhaltlichen Zugriff verstärkt. Dabei bleibt der Bildraum flach und konstruiert – Perspektive wird zugunsten einer zeichenhaften, fast emblematischen Ordnung zurückgenommen.
Inhaltlich kreisen die Arbeiten um Themen der Entfremdung, der sozialen Maskierung und der Fragilität individueller Positionen innerhalb kollektiver Gefüge. Szenen des Alltags, des Öffentlichen wie des Privaten, werden in eine Bildsprache überführt, die zwischen Ironisierung und Zuspitzung oszilliert. Figuren begegnen einander nicht, sondern stehen isoliert nebeneinander, gefangen in ihren jeweiligen Rollen.
 

top
anmelden