Biomorphe Abstraktion | Organische Zeichenräume
In dieser Werkgruppe löst sich Krautgassers Formensprache weitgehend von gegenständlichen Bezügen und entwickelt ein Vokabular organisch anmutender, zugleich technisch wirkender Zeichen. Kreisformen, Spiralen, ovale Kerne und lineare Verbindungen durchziehen die Bildflächen und erzeugen Assoziationen zwischen Körper, Landschaft und Apparatur.[WV-Nr. 1707]
Id:1707
Id:1707
Titel
Traum
Entstehungsjahr
um 1957
Material / Technik
Pastellkreide auf Papier
Maße
unbekannt
Signatur
Stempel
Katalog
H. Reichart: Franz Krautgasser, Abb. 32
Liste der sids:
Die Bildräume wirken wie innere Systeme: geschlossene Kreisläufe, Verdichtungen und Verschiebungen, in denen sich Formen nicht stabilisieren, sondern in Bewegung bleiben. Die Spirale erscheint dabei als wiederkehrendes Strukturmotiv – weniger als Ornament, sondern als dynamisches Prinzip von Wachstum, Rotation und Verdichtung.
Auffällig ist die Nähe zu surrealistisch-biomorphen Bildwelten (etwa bei Miró oder Arp), gleichzeitig aber auch zu zeichnerischen Denkformen, wie sie im Umfeld von Paul Klee entwickelt wurden. Krautgasser verbindet diese organische Abstraktion mit einer fast diagrammatischen Linearität: Linien wirken wie Verbindungen, Leitungen oder Markierungen innerhalb eines unbekannten Systems.
Material und Technik – Tusche, Kreide, Kleister, Siebdruckfarbe – verstärken diesen Eindruck. Die Bilder erscheinen nicht als abgeschlossene Kompositionen, sondern als Versuchsanordnungen, als visuelle Notationen eines inneren Prozesses.
Diese Werkgruppe lässt sich daher weniger als klassische „biomorphe Abstraktion“ beschreiben, sondern eher als eine Form von organischer Bildschrift oder assoziativer Strukturzeichnung, in der sich Wahrnehmung, Erinnerung und Imagination überlagern.
Auffällig ist die Nähe zu surrealistisch-biomorphen Bildwelten (etwa bei Miró oder Arp), gleichzeitig aber auch zu zeichnerischen Denkformen, wie sie im Umfeld von Paul Klee entwickelt wurden. Krautgasser verbindet diese organische Abstraktion mit einer fast diagrammatischen Linearität: Linien wirken wie Verbindungen, Leitungen oder Markierungen innerhalb eines unbekannten Systems.
Material und Technik – Tusche, Kreide, Kleister, Siebdruckfarbe – verstärken diesen Eindruck. Die Bilder erscheinen nicht als abgeschlossene Kompositionen, sondern als Versuchsanordnungen, als visuelle Notationen eines inneren Prozesses.
Diese Werkgruppe lässt sich daher weniger als klassische „biomorphe Abstraktion“ beschreiben, sondern eher als eine Form von organischer Bildschrift oder assoziativer Strukturzeichnung, in der sich Wahrnehmung, Erinnerung und Imagination überlagern.



