Aquarell
Die Aquarelle nehmen innerhalb des Werks eine besondere Stellung ein. Im Unterschied zur Ölmalerei, die häufig auf Dauer, Dichte und Ausarbeitung angelegt ist, erscheint das Aquarell als unmittelbares, offeneres Medium – als Raum für Versuch, Verkürzung und spontane Setzung.Auffällig ist die große motivische Bandbreite: Landschaften, Interieurs, Pflanzenstudien, sakrale Szenen und Porträts stehen gleichwertig nebeneinander. Diese Gleichrangigkeit der Sujets verweist darauf, dass das Aquarell weniger an repräsentative Bildgattungen gebunden ist, sondern als flexibles Arbeitsinstrument fungiert. Es begleitet den Künstler durch unterschiedliche thematische Felder und erlaubt ein rasches Wechseln zwischen ihnen.
[WV-Nr. 1733]
Id:1733
Id:1733
Titel
Clivia
Entstehungsjahr
1953
Material / Technik
Aquarell auf Papier
Maße
unbekannt
Signatur
Stempel
Katalog
H. Reichart: Franz Krautgasser, Abb. 59
Liste der sids:
Formal zeigt sich im Aquarell eine deutliche Reduktion. Konturen werden oft nur angedeutet oder durch den Farbauftrag selbst gebildet. Die Flächen bleiben durchlässig, das Weiß des Papiers wird aktiv in die Komposition einbezogen. Farbe erscheint nicht als deckende Schicht, sondern als transparente, teilweise lasierende Struktur, die sich überlagert und zugleich offen bleibt. Gerade diese Offenheit erzeugt eine eigentümliche Spannung zwischen Setzung und Unbestimmtheit.
In vielen Arbeiten ist ein Moment der Beschleunigung spürbar. Das Aquarell reagiert auf Situationen – auf Licht, Stimmung, Motivkonstellationen – und hält diese in einer Form fest, die zwischen Skizze und eigenständigem Bild oszilliert. Es ist weniger auf Vollendung hin orientiert als auf das Erfassen eines Zustands. Dadurch entsteht eine Nähe zum Zeichnerischen, die sich auch in der häufig sichtbaren Linienführung oder in der Kombination von Aquarell und Tusche zeigt.
Zugleich fungiert das Aquarell als Ort stilistischer Öffnung. Während die Ölmalerei stärker an traditionelle Bildauffassungen gebunden bleibt, erlaubt das Aquarell eine freiere Farbigkeit, eine Vereinfachung der Formen und eine Annäherung an expressive oder fauvistische Tendenzen. Diese Lockerung wirkt nicht programmatisch, sondern ergibt sich aus den Möglichkeiten des Mediums selbst.
So lässt sich das Aquarell als ein prozessuales Gegenfeld zur Ölmalerei lesen: als Bereich, in dem Wahrnehmung, Bewegung und malerische Entscheidung unmittelbar ineinandergreifen. Es ist ein Medium des Übergangs – zwischen Beobachtung und Abstraktion, zwischen Studie und Bild.
In vielen Arbeiten ist ein Moment der Beschleunigung spürbar. Das Aquarell reagiert auf Situationen – auf Licht, Stimmung, Motivkonstellationen – und hält diese in einer Form fest, die zwischen Skizze und eigenständigem Bild oszilliert. Es ist weniger auf Vollendung hin orientiert als auf das Erfassen eines Zustands. Dadurch entsteht eine Nähe zum Zeichnerischen, die sich auch in der häufig sichtbaren Linienführung oder in der Kombination von Aquarell und Tusche zeigt.
Zugleich fungiert das Aquarell als Ort stilistischer Öffnung. Während die Ölmalerei stärker an traditionelle Bildauffassungen gebunden bleibt, erlaubt das Aquarell eine freiere Farbigkeit, eine Vereinfachung der Formen und eine Annäherung an expressive oder fauvistische Tendenzen. Diese Lockerung wirkt nicht programmatisch, sondern ergibt sich aus den Möglichkeiten des Mediums selbst.
So lässt sich das Aquarell als ein prozessuales Gegenfeld zur Ölmalerei lesen: als Bereich, in dem Wahrnehmung, Bewegung und malerische Entscheidung unmittelbar ineinandergreifen. Es ist ein Medium des Übergangs – zwischen Beobachtung und Abstraktion, zwischen Studie und Bild.



