Akt

Die Aktdarstellungen nehmen im Werk Franz Krautgassers eine kontinuierliche Stellung ein und bilden ein konsequentes Feld zwischen Studie, freier Malerei und experimenteller Variation. Der menschliche Körper erscheint dabei weniger als anatomisch exakte Wiedergabe denn als Träger malerischer und formaler Fragestellungen.
 
close button Pfeil zurückPfeil vor
 
 
[WV-Nr. 1427]
Id:1427
Titel
Ohne Titel
Entstehungsjahr
um 1952/53
Material / Technik
Monotypie auf Papier
Maße
ca. 31x42 cm
 
 
Liste der sids:
In den frühen Arbeiten zeigt sich noch eine stärkere Bindung an die zeichnerische Beobachtung: Figuren sind in ruhigen Posen gefasst, die Linie tastet sich am Körper entlang, Volumen entsteht durch leichte Schattierungen und transparente Farblasuren. Zugleich wird bereits hier eine Tendenz zur Vereinfachung sichtbar – Konturen verdichten sich, Details werden zugunsten größerer Formzusammenhänge zurückgenommen.
Mit den 1950er Jahren öffnet sich die Aktmalerei zunehmend in Richtung einer expressiven und farbbetonten Auffassung. Körper werden flächiger, Farbigkeit löst die Form teilweise auf oder übersteigert sie ins Ornamentale. Die Figur bleibt erkennbar, steht jedoch in einem Spannungsverhältnis zwischen Gegenständlichkeit und Abstraktion.
Charakteristisch ist die Vielfalt der Techniken: Aquarell, Tusche, Öl, Monotypie und Mischformen ermöglichen unterschiedliche Zugänge zum Motiv. Mal erscheint der Körper leicht und durchlässig, mal schwer und fast materiell verdichtet. In den späteren Arbeiten gewinnt die Geste an Gewicht, während die Kontur an Präzision verliert.
So entfaltet sich die Aktmalerei als offenes Versuchsfeld, in dem Krautgasser den menschlichen Körper immer wieder neu befragt – als Bildform, als Bewegung und als Projektionsfläche innerer Zustände.
 

top
anmelden